Pemba und Kilifi 2005
(Autor: Sissi Lisy)
Es hat wirklich Jahre gebraucht, bis wir endlich diese Kreuzfahrt buchen konnten, und wir
konnten es gar nicht glauben, dass es jetzt so weit war. Ende September ging es via Basel
mit der ASA nach Mombasa. Vorbei an allen Schlangen (denn wir hatten das Visum bereits in
Wien erhalten) waren wir gleich durch alle Formalitäten und konnten die Sonne Afrikas
genießen. Gut, wir haben dann eben auf alle anderen der Gruppe gewartet, die es offenbar
überhaupt nicht eilig hatten. Nachdem wir unsere Pässe wieder abgegeben haben es
mussten alle Formalismen für das Visum Tansania erledigt werden ging es nach
Mtwapa zum Schiff und da stand sie, die S/Y Seepaert. Die Seepaert ist ein recht großes
Segelschiff aus der Mahaghoni-Zeit, mit 6 Kabinen, 2 WC/Duschen, einem großen
Salon und sehr viel Platz an Deck.
Nachdem alles erledigt war, wir im Hotel Flaminge (ASC) Frühstück und Mittagessen
erhalten haben ging es zum Checkdive in Mtwapa. Auf 15 m hatten wir dann gleich den ersten
Eindruck vom Tauchen in dieser Gegend Ritt über die Brandung mit dem Dingi in
voller Ausrüstung, Sicht 10 m, jede Menge Fische also ganz ok. Am späten
Nachmittag ging es dann in Richtung Pemba. Die Überfahrt war rauh, sehr rauh, aber einen
echten Seefahrer macht das nichts. Die Lenzpumpen fielen aus, d.h. es wurde kein Wasser
abegepumpt also lief das Wasser von einer Dusche in die andere (aufgrund des
heftigen Seeganges), aber der Schaden war in der Früh behoben und da war das Wasser auch
wieder glatt und friedlich. Aufgrund der Größe des Schiffes konnte nicht direkt bei den
Tauchplätzen geankert werden, sondern es wurde das Schiff zwischen den Inseln vertäut
und dann ging es mit dem Dingi zum Tauchplatz (bis zu 30 Min. Massage in voller
Ausrüstung). Taucherisch war die Reise nicht das große Highlight, leider nicht die
angekündigten Sichtweiten, Wahlhaie und Delfine, aber dafür jede Menge kleiner Lebewesen
wie Nacktschnecken, Fangschreckenkrebse, Putzergarnelen, Seesterne ohne Ende aber leider
auch keine Fischschwärme.
Die Fahrt selbst war ein ganz tolles Erlebnis, an das ich mich noch sehr lange, sehr gerne
erinnern werde. Die Inselwelt ist phantastisch und kaum mit Worten zu beschreiben. Wenn
man dann noch unter (fast) vollen Segeln so dahin gleitet, Wahnsinn!!
Der Nachttauchgang brachte uns neben ziemlich unerfahrenen Tauchern (seither weiß ich,
dass ein Nachttauchkurs wirklich super ist) einige große Einsiedlerkrebse, eine riesige
Seespinne und vor allem einen sensationellen, blendungsfreien Nachthimmel, den ich mein
Leben lang nicht vergessen werde. Mit bloßem Auge war die Milchstraße erkennbar und so
viele Sterne am Himmel, dass man es kaum glauben konnte. Bei der Fahrt zum Boot im Dunkel
war phosporizierendes Plankton im Wasser, das in der Heckwelle ein Lichterspiel ergab,
dass man dachte, da unten machen sie ein Feuerwerk.
Einen Vormittag verbrachten wir auf Pemba, um unsere Ein- und Ausreiseformalitäten zu
erledigen und konnten dabei gleich die Hauptstadt ansehen. Dort angekommen,
taucht man in eine andere Welt ein. Hier geht alles ruhiger, selbst Delfine schwimmen
entspannt rund um die Fähre und lassen sich durch nichts stören. Nelken trocknen mitten
auf der Straße, um später in unseren Glühwein zu hüpfen. An Touristen gab es uns,
sonst keine ist die Welt nicht schön!
Wir haben uns in den 7 Tagen an der Küste entlang bewegt, bevor es hieß Abschied zu
nehmen. Noch ein Barbecue am Strand im Marinenationalpark, um uns den Abschied wirklich
schwer zu machen unser Koch hat sich übertroffen, der Kapitän hat uns ein
Ständchen gebracht und wir haben den mitgebrachten Spirituosen den Garaus gemacht. Ein
Glück, dass ich ein Lämpchen mithatte, so habe ich auch gesehen, was am Teller war! Am
letzten Tag hatten wir noch einen Tauchgang, damit wir nicht vergessen, was Strömung ist
alle Tauchgänge waren ziemlich strömungsreich, aber zu bewältigen und
dann Segel gesetzt und es ging in Richtung Kenia. Die Nacht war wieder recht holprig und
in der Früh hatte uns Mtwapa wieder.
Gemeinsam ging es dann bis zu unserem Hotel, dem Sea Horse in Kilifi. Hier hieß es
Abschied von der Gruppe zu nehmen, die in ein anderes Hotel fuhren. Der Trennungsschmerz
dauerte nur kurz, denn dann gab es Wiedersehensfreude mit dem Kellner, mit dem Leiter der
Tauchbasis, die ganz aus dem Häuschen waren.

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Ab nun war nur noch mit der Seele baumeln dran. Einmal am Tag ein Tauchgang bei schöner
(15 m) Sicht, mit großen Fischschwärmen, Muränen, Nacktschnecken (eh klar!) und
natürlich auch unserem Freund, dem Walhai. Hier hat sich gegenüber dem Vorjahr offenbar
der Fischbestand erholt.
Und weil es so schön war, haben wir uns auch noch eine 2-Tages-Safari gegönnt, die
ziemlich anstrengend war und noch dazu keine einzige Katze unseren Weg gekreuzt hat....
aber wenn man Afrika mag, dann muss das einfach sein.
Darum Kwaheri (auf Wiedersehn) Afrika wir kommen bestimmt wieder!
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